Partnerschaft für Demokratie Pankow 1
Die Partnerschaft für Demokratie Pankow 1 umfasst Projekte, die in den Ortsteilen Prenzlauer Berg, Pan- kow-Zentrum, Niederschönhausen, Blankenfelde, Schönholz, Wilhelmsruh und Rosenthal stattfinden. Besonders viele Vorfälle und Übergriffe verzeichnet das Pankower Register dort an öffentlichen Verkehrsknotenpunkten, aber auch an Grundschulen wird z.B. von Anti-Schwarzem Rassismus berichtet. Migranten*innenorganisationen, Vertretungen von Geflüchteten oder Institutionen, die sich dem Thema Flucht und Migration widmen, waren viele Jahre kaum mit etablierten zivilgesellschaftlichen Prozessen verzahnt.
Deshalb hat die PfD Pankow 1 zum Ziel, diese Netzwerke gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt für alle zu öffnen und die Arbeit der unterschiedlichsten Akteur*innen sicht- und spürbar zu machen. Mit neuen Beteiligungsformen und aktivierenden Gesprächen werden Menschen eingebunden, die es schwerer haben, ihr Recht auf gesellschaftliche Teilhabe durchzusetzen.
Projekte 2026
Förderschwerpunkt 1.1: Demokratisch streiten und Konflikte konstruktiv bearbeiten
Rollenspiel als Methode zur konstruktiven Konfliktbearbeitung (The Dream Forgers e.V.)
Das Projekt entwickelt und erprobt ein edukatives Pen-&-Paper-Rollenspielmodul (D&D-One-Shot) zur Förderung von Kompetenzen für konstruktiven Dialog und demokratische Konfliktbearbeitung. Junge Menschen aus der ukrainischen Community mit Migrationserfahrung werden zu Spielleiter:innen qualifiziert und lernen, Rollenspiele als niedrigschwellige Methode für Perspektivwechsel, Dialog und gemeinsames Problemlösen einzusetzen. In einem Trainingskurs mit 10 Workshops werden 10 Multiplikator:innen ausgebildet. Anschließend führen sie eigene Spielrunden in ihren Communities durch und erreichen mindestens 47 Teilnehmende, darunter auch junge Menschen aus der lokalen deutschen Community.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Ansprache von jungen Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen. Dafür planen wir Kooperationen und gezielte Ansprache über Organisationen wie Kwitne Queer e.V. und Sonntags-Club.
Eine Abschlussveranstaltung präsentiert das entwickelte Modul und ermöglicht Austausch über die Erfahrungen und die weitere Nutzung der Methode.
Förderschwerpunkt 1.2: Solidarische Räume öffnen, jüdisches Leben stärken
Bagels & Empanadas: Jüdische und südamerikanische Perspektiven im Dialog (Bet Debora e.V.)
Mit dem Projekt „Bagels und Empanadas“ schafft die jüdische Fraueninitiative Bet Debora gemeinsam mit dem lateinamerikanischen Frauenverein Xochicuicatl e.V. und Judaismo Pop Alemania Räume für Begegnung und Austausch. Die Lernnacht knüpft an die jüdische Tradition des gemeinsamen Lernens an. In Workshops, Gesprächsrunden und offenen Formaten werden unterschiedliche Perspektiven auf jüdisches Leben, Migration und gesellschaftliche Vielfalt diskutiert. Mit Einbruch der Nacht feiern wir die neue Woche mit der Havdala-Zeremonie und einem Konzert. Der „Kulinarische Dialog“ lädt zum gemeinsamen Kochen und gegenseitigem Kennenlernen ein. So entstehen neue Begegnungen und dauerhafte solidarische Verbindungen zwischen verschiedenen Communities in Pankow.
Förderschwerpunkt 1.3: Demokratie durch Jugendliche partizipativ und machtkritisch gestalten
Stimmen aus dem Kiez – Jugendliche machen Demokratie sichtbar (Sources-d’Espoir e.V.)
Das Projekt „Stimmen aus dem Kiez – Jugendliche gestalten Demokratie“ richtet sich an Kinder und Jugendliche aus dem Umfeld der Storkower Straße (Nähe Landsberger Allee) in Berlin-Pankow, insbesondere an junge Menschen aus Unterkünften und sozial benachteiligten Lebenssituationen. In partizipativen Workshops setzen sich die Teilnehmenden mit Themen wie Ausgrenzung, Vielfalt, Zugehörigkeit und demokratischer Teilhabe auseinander. Mit kreativen Methoden wie Fotografie, Storytelling und Medienarbeit entwickeln sie eigene Perspektiven auf das Zusammenleben im Kiez und bringen ihre Erfahrungen sichtbar zum Ausdruck. Die Jugendlichen gestalten Inhalte und Entscheidungen des Projekts aktiv mit. Die Ergebnisse werden öffentlich präsentiert und laden Nachbarschaft und lokale Akteur*innen zum Dialog ein. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit zu stärken und junge Stimmen im Sozialraum sichtbar zu machen.